Immer wieder werde ich von Freunden und Bekannten auf meine Weihnachtskarten angesprochen, und sehe diese, oft auch noch im Sommer, bei ihnen auf dem Bücherregal, der Kommode oder auf dem Fensterbrett stehen. Oder einfach an die Wand gepinnt. Weiterlesen >>

Achim Fischel studierte an der Kunst- und Werkschule Pforzheim, ( heute HfG) Malerei bei Prof. Rothe und Bildhauerei bei Prof. Seidel. Er interessierte sich aber auch für viele andere Gebiete so das Gold- und Silberschmieden, Emaillieren und Metallguss. Als Prof. Rothe in den Ruhestand ging konzentrierte er sich auf die Malerei und schrieb sich bei G. Mosny, der neu an die Schule kam, und Meisterschüler von Willi Baumeister war, ein.

Achim Fischel arbeitete nach wie vor figürlich, zeichnete alles was ihm unter die Augen kam, Tiere im Stadtgarten Karlsruhe, Bauern auf dem Felde, Gipsmodelle und machte hauptsächlich Illustrationen. Nachdem ihn G. Mosny eine Zeit lang beobachtet hatte, sagte er eines Tages zu ihm:" Sie können zeichnen wie Michelangelo, machen Sie doch mal etwas anderes, einfach ein interessantes Blatt. Experimentieren Sie. Etwas widerwillig und skeptisch machte sich Achim Fischel an die Arbeit, doch nach einiger Zeit begriff er, wie schwer es ist, ein interessantes Blatt, das nur aus Flächen, Strukturen und Linien besteht, zu machen und er war fasziniert.

Nach einer gewissen Zeit begann er dann wieder figürliche Formen zu verwenden, allerdings so sehr verändert, dass sie auf den ersten Blick nicht erkennbar waren. Er verfremdete und experimentierte. Nach kurzer Zeit war er "Klassenbester" und der einzige Studierende in der gesamten Schule, der er eigenes Atelier hatte. Als G. Mosny erkrankte unterrichtete er die anderen Studierenden. Anscheinend recht ordentlich, da aus dieser Zeit noch einige Freundschaften bestehen. Später half er seinem Professor bei dessen Kunst am Bau Aufträgen.

Als ihm ein Modell für eine Betonwand zerbrach, veränderte er ein Stück davon, bat einen befreundeten Goldschmied es zusammen zu fügen und noch eine Öse für einen Halsreif anzulöten. Es war das erste moderne Schmuckstück in der ganzen Region, dem noch weitere folgen sollten.

Durch das Arbeiten bei seinem Professor konnte Achim Fischel seine erste Reise in die U.S.A. finanzieren: New York, Chicago, mit dem Zug quer durchs Land nach L.A., und fuhr, nachdem er schnell den kalifonischen Führerschein gemacht hatte, mit dem Ford- Thunderbird einer Freundin hoch nach San Francisco, durch Yosimity Park u.s.w.

Er sah Picassos Guernica noch ohne Panzerglas, und eine riesige Matisse Ausstellung, für die sich damals nur wenige Leute interessierten. Nach dem Studium versuchte er einen Galeristen zu finden, allerdings ohne Erfolg. Er arbeitete in verschiedenen Werbeagenturen in der Industrie, machte sich selbständig und beschloss so viel Geld zu verdienen, dass er mit 40 wieder malen konnte. Der Anfang 1979 war schwer. Er benötigte zwei Jahre bis wieder Bilder entstanden mit denen er zufrieden war. Alles was davor war wurde vernichtet. Aus seiner ganzen Studienzeit gibt es vielleicht noch vier oder fünf Arbeiten.

Eine erste Ausstellung 1982 in der renommierten Karlsruher Galerie Haus 11 von Beate Nieschlag-Spicale und ein Bericht in der Kunstzeitschrift ART machten auf ihn aufmerksam. Danach folgten viele Ausstellungen im In- und Ausland, Ankäufe von Sammlern, Museen und Galerien. Neben seiner Malerei macht Achim Fischel viele Objekte und Computerzeichnungen und immer wieder Schmuck und Keramik.

Achim Fischel wohnt und arbeitet in Karlsruhe.